Krakau Journal

10:23 vorm.







Vor zwei Wochen war ich auf einer Studienreise in Polen. Ich möchte eigentlich nicht näher darauf eingehen, worum es bei dieser Fahrt eigentlich ging und was für Emotionen bestimmte Dinge in mir ausgelöst haben, da das Thema sehr schwerwiegend ist und ich nicht möchte, dass irgendetwas falsch verstanden wird. Daher gebe ich euch nur den Hinweis, dass ich in Polen war und die Fahrt wirklich sehr emotional und in gewisser Weise auch augenöffnend war.
Am letzten Tag sind wir mit dem Bus nach Krakau gefahren, oder Kraków, wie es in Polen heißt. Der erste Eindruck, den ich von Krakau bekommen habe, war durchmischt. Es regnete und wir kamen erstmal in den äußeren Bezirken der Stadt an, in denen insbesondere der Plattenbau zahlreicher Universitäten zu sehen war. Unser Hotel lag schon etwas mehr im Inneren. Es handelte sich um ein eher kleineres, aber schönes Hotel mit einem schönen Eingangsbereich und Frühstücksraum. Direkt nach dem Einchecken sind wir mit der U-Bahn in die Stadt gefahren.






Je weiter man mit der Bahn in den Stadtkern gefahren ist, desto deutlicher wurde, warum Krakau als so schön bezeichnet wird. Die Stadt wurde im Krieg nicht zerbombt, weshalb die eigentlich alle Häuser Altbau sind. Trotz dieses "alten" Ambientes ist in der Stadt relativ viel los gewesen.
 





Mittags haben wir in einem wirklich süßen Restaurant gegessen, was relativ zentral gelegen ist. Charakteristisch für Krakau ist der Marktplatz, der Rynek heißt und der größte europäische mittelalterliche Marktplatz ist. Unter diesem liegt noch ein unterirdischer Platz , da, wie uns unsere Stadtführerin erzählte, die Menschen früher so viel auf die Straßen gekippt hätten, dass die Straße immer höher wurde, bis sie schließlich 4 Meter höher lag, als zu Anfangs. Irgendwann hat man die Straße dann geteert, aber vor einigen Jahren wurde der ganze Müll aus dem Boden entfernt, sodass der Marktplatz jetzt zwei Etagen hat.
Um den Marktplatz sind gefühlt hunderte Cafes und Läden angeordnet, Kutschen und viele viele Menschen sind auch ein Teil dieses Ortes.
 





Etwas, was wir auch miterleben durften, war das Trompetenspiel, das zu jeder vollen Stunde vom Kirchturm ertönt. Die Legende besagt, dass vor vielen vielen Jahren auf dem Turm jemand Feinde erblickte und mit dem Trompetenspiel warnen wollte. So ist es auch heute noch so, dass zu jeder vollen Stunde ein Feuerwehrmann oben auf dem Turm in jede der vier Richtungen Trompete spielt, was man über den ganzen Marktplatz hören kann.
Die Kirche selber ist auch ziemlich beeindruckend. Viele der Verzierungen sind noch aus dem 15. Jahrhundert und sie wird nicht nur von Touristen gerne besucht. Wie unser Guide uns erzählte, wollen viele der in Krakau lebenden Menschen in dieser Kirche heiraten, insbesondere im Mai 0der Juni...
Übrigens heißt die Kirche "Marienkirche". Falls ihr also irgendwie wissen wollt, wie sie von innen aussieht, googlet es mal. Leider darf man nämlich als Tourist nicht fotografieren, wenn man sich keine Genehmigung kauft (Diese ist nicht teuer, aber wir hatten eine Führung in der Kirche und ich wollte nicht einfach aufstehen, um mir eine Genehmigung zu kaufen :)).
Gegen Abend hatten wir noch ein bisschen Zeit, die Stadt alleine zu erkunden, bevor wir uns für das Abendessen wieder treffen würden . Gegen Ende, als wir wieder am Marktplatz waren, ist uns erst ein riesiges Gebäude mitten auf dem Platz aufgefallen, das wunderschön beleuchtet war und so, selbst im Regen, den Platz in ein tolles Licht brachte und alles verzaubert hat scheinen lassen.
 





Am letzten Tag in Krakau waren wir im alten jüdischen Viertel, in dem wir am Abend zuvor auch zu Abend gegessen hatten. Dort stehen viele kleinere Häuser, aber auch Mietswohnungen und Synagogen. Ein Platz in diesem Viertel ist relativ bekannt, da sich dort im Kreis kleine Snack-Läden angeordnet haben und, wo man Baguettes mit verschiedenen Belägen für etwa 9 Zlotys, also etwas mehr als 2 Euro kaufen kann. Um diesen Platz herum befinden sich jedoch auch Cafes, für Leute, die sich gerne reinsetzen und nicht in der Kälte ihr Brot essen wollen. :)
Auch in diesem Viertel liegt das ehemalige Wohnhaus von Helena Rubinstein, die Gründerin der Marke "Rubinstein" ist und 1870 in Krakau geboren wurde. Mit etwa 18 Jahren zog Helena nach Australien und begann, Cremes und andere Kosmetik herzustellen (darunter auch die wasserfeste Mascara; ich bin mir ehrlich gesagt nicht so sicher, ob ich dafür jetzt so tief dankbar bin :)). Jedenfalls kann man ihr ehemaliges Elternhaus immer noch in Krakau besichtigen.
 
Natürlich gibt es in Krakau noch viel mehr zu besichtigen, vor allem alte Gebäude oder Universitäten sind Wahrzeichen der Stadt.
Das wichtigste Wahrzeichen der Stadt ist jedoch eine Legende, die sich um den Drachen "Smok" dreht. Laut der Legende lebte in Krakau ein Drache, der sehr gefährlich war und die Bürger der Stadt tötete oder ihre Häuser abbrannte. Ganz besonders gefielen dem Drachen jedoch junge Mädchen, die er fressen wollte.  Eines Tages beschloss der König, dass derjenige, der den Drachen besiegen könnte, seine Tochter zur Frau bekommen würde. Viele Männer kamen, um den Drachen zu besiegen, jedoch war niemand von ihnen erfolgreich, bis schließlich ein einfacher Mann zum König kam. Er schnitt ein Schaf auf und füllte es mit Schwefel, um es dem Drachen anschließend an den Anfang seiner Höhle zu werfen. Der Drache sah nur den Schafspelz und freute sich über die Nahrung, weshalb er das Schaf sofort verschlang. Nach kurzer Zeit fühlte er ein Brennen in seinem Hals, weshalb er zum Fluss hinunterlief, um seinen Durst zu löschen. Doch das Brennen hörte nicht auf. Er trank und trank, da sein Durst einfach nicht gelöscht werden konnte. Schließlich konnte man in der ganzen Stadt eine Art Explosion hören. Der Drache war geplatzt und der einfache Mann durfte die Prinzessin zur Frau nehmen.
 
Unser Guide erzählte uns, dass jedes Kind in Polen diese Legende in und auswendig kennt. Überall in der Stadt findet man in Souvenir Shops, aber auch in anderen Geschäften den Drachen in verschiedensten Variationen.



In einem Café am Marktplatz


Insgesamt ist Krakau eine wirklich wunderschöne Stadt, die mit vielen kleinen Läden und Cafes und einer tollen Altstadt verzaubert. Leider glaube ich, dass durch den Dauerregen, den wir bei unserem Aufenthalt hat, ein wenig von der Stimmung verloren gegangen ist und Krakau im Sommer oder wenigstens bei Sonnenschein noch schöner ist. Ich denke, dass ich irgendwann gerne nochmal nach Krakau fahren würde, und dann hoffentlich ohne Regen. Alleine, um das Wort "Zloty (die Währung) zu sagen und damit zu bezahlen :)
 




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