10. Klasse: Gedanken und Tipps

10:46 vorm.




Meine lieben Leser,

wie ihr vielleicht wisst, bin ich 16 Jahre alt, was für mich heißt, dass ich nächstes Schuljahr (also in zweieinhalb Wochen) in die 11. Klasse komme. Ähnlich wie in den Sommerferien im letzten Jahr mache ich mir mehr oder weniger viele Sorgen, was es denn nun bedeutet, so kurz vorm Schulabschluss zu sein. Da ich im letzten Jahr im Internet verzweifelt nach Berichten von 10. Klässlern gesucht habe, um mich zu beruhigen und natürlich nichts gefunden habe, würde ich heute gerne einige Gedanken bezüglich der 10. Klasse mit euch teilen. Vielleicht geht ihr auch nach den Sommerferien in die 10. Klasse und macht euch Sorgen, ähnlich wie ich letztes Jahr. Daher hoffe ich, dass ich euch die Angst eventuell nehmen kann :)

Ich besuche ein Gymnasium in Nordrhein-Westfalen mit G8, was heißt, dass ich 8 Jahre lang auf die weiterführende Schule gehe. Dies bedeutet ebenfalls, dass mit der 10.Klasse die Oberstufe beginnt.
In der 10.Klasse "sammelt" man zwar noch keine Punkte fürs Abitur, aber man bereitet sich schon mal auf den Alltag in der "richtigen" Oberstufe vor. Die Klassen lösen sich auf, man kommt in die Kurse, die man gewählt hat, mit Leuten aus der ganzen Stufe und mit neuen Lehrern. Die Klassenarbeiten heißen auch nicht mehr Klassenarbeiten, sondern Klausuren und es fühlt sich alles viel ernster an.

Mit anderen Worten: Von der 9. in die 10. Klasse scheint eine riesige Veränderung zu kommen. Hier kann ich euch aber schon mal beruhigen😊. Zwar scheint diese Veränderung zunächst viel zu groß und irgendwie möchte man wieder zurück, aber am Ende des Schuljahres war eigentlich jeder deutlich glücklicher mit der Situation.



Was mir vor einem Jahr besonders Sorgen bereitet hat, war die Vorstellung, dass ich wieder von vorne die Schüler aus anderen Klassen kennenlernen müsste. Es war ein bisschen, wie nochmal eingeschult zu werden, da man die meisten zwar vom Sehen kannte, aber noch nie mit ihnen unterrichtet wurde oder ihr Verhalten im Unterricht kannte. Zu Anfang fiel es mir so auch noch ziemlich schwer, mich im Unterricht zu melden, da ich die meisten nicht kannte und ich mich nicht besonders wohl fühlte. Aber bereits nach einigen Wochen hatte ich mich an alle Leute gewöhnt, kannte ihre Unterrichtsgewohnheiten, wusste, wer sich viel und wer sich eher wenig meldet und mir war auch klar, dass ich keine Angst haben musste, mich im Unterricht zu melden.

Das führt mich auch eigentlich direkt zum nächsten Thema: Die Kurse. Dass die Klassen sich auflösen, hatte bei mir zunächst mal die Folge, dass mir der Klassenzusammenhalt gefehlt hat. Man hatte auf einmal nicht mehr eine bestimmte Gruppe an Menschen, an die man sich halten konnte. Zwar war das erst mal ein bisschen beängstigend, aber man findet eigentlich ziemlich schnell andere Leute, mit denen man auch gut auskommt, in manchen Fällen sogar besser als mit Leuten aus der Klasse früher. Jeder Kurs ist irgendwie anders, was das Kurssystem insgesamt so interessant macht. Und sobald man sich an bestimmte Leute und auch an den Lehrer gewöhnt hat, kann es sogar richtig Spaß machen (so wie Schule nun mal "Spaß" machen kann..;).).

Allerdings war ich am ersten Schultag noch nicht so zuversichtlich: Ich hatte das Gefühl, mit keinem meiner Freunde in den Kursen zu sein und ich bekam Angst, dass ich alleine sein würde und niemanden hätte, an den ich mich bei Problemen wenden könnte. Meine Sorgen waren unbegründet!
Denn in jedem Kurs gab es mindestens zwei Personen, mit denen ich mehr oder weniger gut befreundet war, und durch die Kurse bin ich im Laufe des Jahres auch vielen anderen Personen nahe gekommen. Eine Besonderheit an unserer Schule ist das "Hauptfächersystem". Demzufolge hatte ich meine Hauptfächer, also Deutsch, Englisch und Mathe mit meinem "Tutorkurs", also einer bestimmten Gruppe von Personen. Ich bin mir nicht ganz sicher, ob es so was auch an anderen Schulen gibt...Jedenfalls haben mir meine Hauptfächer am Anfang so am meisten Sorgen bereitet. Von meinen besten Freunden war niemand im Kurs. Und wisst ihr was, eigentlich war das sogar ganz cool (nichts für ungut😏). Denn so wurde die Freundschaft mit einer Freundin noch mal viel stärker, da wir schließlich über 9 Stunden miteinander geteilt haben. Außerdem habe ich andere aus meiner alten Klasse von einer ganz anderen Seite kennengelernt. Und natürlich waren auch viele aus anderen Klassen da, die ich seit dem Ende des Jahres mit zu meinen guten Freunden zählen darf. Meinen besten Freunden hatte ich so immer viel zu erzählen, da wir alle in unterschiedlichen Tutorkursen waren. Und gesehen habe ich sie ja sowieso in den Pausen und in einigen anderen Kursen. Ich hatte mit meinem Stundenplan im Rückblick WIRKLICH Glück, da ich nie komplett alleine war. Leider ist das nicht bei jedem so, aber es ist wirklich eher selten, dass man in allen Kursen alleine ist. Ehrlich gesagt, glaube ich nicht, dass das überhaupt vorkommt. Aber darauf gibt es leider nie eine Garantie...

Trotzdem hatte ich mit drei meiner besten Freunde jeweils nur einen oder zwei Kurse. Wir haben uns nicht auseinander gelebt und sind teilweise nur noch besser miteinander befreundet geworden!!!

Also macht euch wegen der Freunde keine Sorgen. Denn eure besten Freunde bleiben auch eure besten, wenn ihr es wirklich wollt und da sollte die Anzahl eurer gemeinsamen Kurse auch keine Rolle spielen. Manche Freunde werden vielleicht nicht mehr so wichtig für euch sein, aber das ist vollkommen in Ordnung, denn so findet man Schritt für Schritt heraus, wer die wirklich wahren und guten Freunde sind. Ich weiß, dass das beängstigend klingt und vor einem Jahr hätte ich wirklich nichts davon wissen wollen, aber heute bin ich mit jeder der Entwicklungen zufrieden und glücklich.

Nun zur Schule an sich. Wie vor jedem neuen Jahr wurde mir immer wieder erzählt, dass die 10. die "schwierigste" Klasse bisher sein würde. (Ganz im Ernst, das wird wirklich über jedes Schuljahr gesagt...:)). Natürlich wird der Stoff schwieriger, aber man wird auch älter und lernt, besser damit umgehen zu können. Leider war es insbesondere am Anfang so, dass viele nicht daran gewöhnt waren, etwas mehr als zuvor zu lernen und die ersten Klausuren dementsprechend  ETWAS schlechter ausgefallen sind. Wirklich nicht viel, nur sehr geringfügig. Also keine Sorge. Viele Lehrer haben uns auch gesagt, dass es normal sei. Dabei ist es aber immer so, dass Schüler, die immer gut in der Schule waren, nicht auf einmal 3er Kandidaten werden. Das war auch ein Mythos, der mir erzählt wurde. Schüler, die sich entsprechend anstrengen und Unterrichtsgewohnheiten nicht verändern, werden nicht auf einmal schlechter. Auch diejenigen, die die ersten Klausuren etwas schlechter geschrieben hatten als in der 9., hatten bald wieder ähnliche Noten wie zuvor.

Eine Sache, die mich zunächst überfordert hat, war die Tatsache, dass die Lehrer viel mehr mündliche Beteiligung im Unterricht für bestimmte Noten fordern. Also ein gut gemeinter Rat von mir: Meldet euch so viel wie möglich, und zwar von Anfang an. 


Organisation 

Wie auch die meisten anderen aus meiner Stufe war ich von Anfang an ziemlich begeistert von der Idee, mir ab der 10. einen Ordner anzuschaffen, in dem ich alle Materialien einhefte und so auch immer dabei habe.  Aber schon hat mich der riesige Ordner in meinem Rucksack ziemlich gestört, außerdem hat er diesen von innen kaputt gemacht. Also bin ich auf einen kleinen Ordner für die Schule und einen großen für zu hause umgestiegen, was sich als ziemlich sinnvoll erwiesen hat. Erstmal ist der Ordner meiner Meinung nach ein besseres Prinzip als tausend verschiedene Mappen und Hefte, außerdem hat man so immer ALLE Fächer dabei. Nach jedem Quartal, bzw. wenn mein kleiner Ordner einfach zu voll wurde, habe ich bestimmte Fächer in meinen großen Ordner zu hause geheftet. Am Ende des Schuljahres habe ich nun zwei große Ordner gefüllt. Letztendlich habe ich auf Schnellhefter und Hefte vollständig verzichtet und ausschließlich mit Collegeblöcken gearbeitet, was ich auf im nächsten Jahr wieder aufnehmen werde.


Natürlich steigert sich das Niveau im Laufe des Jahres, aber so, dass man es in dem Moment nicht spürt. Letztendlich war es schon ein relativ großer Sprung von der 9. in die 10. Klasse, aber keiner, der über die Sommerferien, sondern über das Jahr kam. Dadurch, dass man seinen individuellen Stundenplan hat, nicht mehr im Klassenverband ist und neue Freunde findet, wird man selbstständiger und unabhängiger. Man muss selber organisieren, ob und wie viel man lernt. Die 10. ist nicht schlimmer oder viel schwieriger vom Stoff her als zuvor. Vielleicht ist es das Gefühl, dass man in die "Oberstufe" kommt, das einem Angst bereitet. Aber das muss man wirklich nicht haben!!!

Ich habe am Ende des Jahres mit vielen Leuten über das Jahr geredet und eigentlich waren sich alle einig, dass es ein ziemlich gutes Jahr gewesen ist, zwar mit einigen Hoch- und Tiefpunkten, wie eigentlich jedes Jahr und auch sehr viel Lernerei, aber trotzdem ein ziemlich schönes. 
Also macht euch keine Sorgen, mit ein wenig Motivation und einer positiven Einstellung könntet ihr dieses Jahr zu eurem besten bisher machen!!!💗

Bis bald
XX


 


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4 Kommentare

  1. Hey meine liebe, wirklich tolle Tipps und vorallem persönliche Gedanken.
    Diese Brille hat es mir wirklich angetan, woher hast du sie denn?
    Und ich drücke dir die Daumen für das Abitur, ich weiß wie aufregend das ist.
    Ich grüße Dich von den Philippinen, mein letzter Beitrag geht über Menschen mit gemischter Herkunft, ich frue mich auf deine Worte. Eine Umarmung, Laura.

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    1. Liebe Laura,
      falls du den neusten Post gelesen hast, weißt du das Cologne Girl im Moment nicht die Möglichkeit hat ihren Blog zu besuchen. Bestimmt antwortet sie dir in zwei Wochen nochmal, aber damit du nicht so lange warten musst, wollte ich dir schonmal eine Antwort auf deine Frage zur Brille geben.
      Bei dieser Brille handelt es sich um ein Accessoire (also mit Gläsern ohne Stärke). Sie wurde von Romwe bestellt, da es sich nur um ein kleines Geschenk für Cologne Girl handelte. Dort gibt es eigentlich ganz schöne Brillenmodelle zu einem günstigen Preis.
      Liebe Grüße
      Miss X <3

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  2. Also ich kann da auf jeden Fall zustimmen -bin selber in der 10.(gewesen)- und habe mir vorher ganz ähnliche Gedanken und im Jahr auch ähnliche Erfahrungen gemacht. Ordner kann ich ebenfalls weiterempfehlen und ich muss sagen, dass mich am meisten 'gefreut' hat, dass die Lehrer einen viel erwachsener behandelt haben...
    Naja - ein toller Post, hoffentlich kann er einige Sorgen aus der Welt schaffen <3

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    1. Danke für die Rückmeldung :)) Viel Glück morgen!!!

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