Trip away: PARIS

9:05 vorm.






Auf diesen Post habe ich mich schon gefreut seit ich wusste, dass ich nach Paris fahren würde...Paris...von Paris hatte ich schon lange geträumt, in meiner Vorstellung hab ich mich im Sonnenuntergang an der Seine entlang schlendern sehen, den Eiffelturm im Rücken, während ich den sanften Klang eines Akkordeons im Ohr habe. Jaja, Ich glaube, viele Menschen haben Paris so im Kopf und so hatte ich natürlich hohe Erwartungen. Ich hatte das Glück, dass die Reise nach Paris meine erste richtige Reise ohne meine Eltern und nur mit einer Freundin gewesen ist. Wie es der Zufall jedoch wollte, hat eine Woche später, am Exkursionstag unserer Schule, eine Eintagesreise nach Paris stattgefunden, weshalb ich zweimal in einer Woche dort gewesen bin. Ich mixe die Bilder aus beiden Reisen, erzähle aber eher über meine Reise allein.

Nach Paris zu reisen, war zunächst erst einmal ein Scherz gewesen, als wir erfahren hatten, dass die Französischkurse am vorletzten Schultag dorthin fahren würden (hab Latein gewählt, also war ich da nicht miteinbegriffen). Weil es uns so geärgert hat, haben wir unsere eigene Reise geplant. Als Scherz. Obwohl wir immer wieder gesagt haben, dass wir es "wirklich ernst" meinen. Schließlich haben wir uns dann tatsächlich darum gekümmert. Der erste Schritt war der Zug. Wir haben uns für den "Thalys" entschieden, ein sehr schneller Zug, der unter anderem in Köln und Paris hält. Die perfekte Verbindung also :)

Leider ist es leichter gesagt als getan, so einen Zug zu buchen. Erst einmal konnte man aus irgendeinem Grund erst drei Monate früher buchen und nicht früher (Kann mir das mal jemand erklären???), was es uns mit dem Hotel erschwert hat und zweitens fährt der teilweise zu den seltsamsten Zeiten und zu den Zeiten, an denen man natürlicherweise auch wach ist. Normale Zeiten waren entsprechend teurer. Für Hin- und Rückfahrt habe ich etwa 100 Euro bezahlt, was nicht die günstigste Variante war (wenn man schlau bucht, geht es auch günstiger), aber noch in Ordnung. Gegen 13 Uhr saßen wir an dem Freitag dann im Zug nach Paris (keine Sorge, ich hatte in der Schule Entfall 😉) und waren furchtbar aufgeregt. Wie bereits erwähnt, habe ich Latein gewählt und nicht Französisch, ebenso meine Freundin. Da saßen wir also, auf dem Weg nach Paris, alleine, ohne ein Wort Französisch sprechen zu können (okayy, "Merci" oder "Bonjour" lassen wir mal außen vor).

Ganz ehrlich, ich bin keine Person, die so etwas einfach macht. Ich hatte mir tausende Gedanken gemacht und jedes Szenario in meinem Kopf durchgespielt, was hätte passieren können (Btw. es ist alles gut gegangen). Aber es war die richtige Entscheidung.

Das erste, was wir von Paris sehen konnten, war der Bahnhof  "Gare du Nord", ein eigentlich sogar sehr schöner Bahnhof, aber voll, sehr voll! Wir haben uns durch die Menschenmengen gekämpft und dann standen wir plötzlich auf dem Vorplatz. Mitten in Paris. Und wisst ihr was? Es sah genauso aus, wie ich es mir vorgestellt hatte. Große Altbauhäuser standen uns direkt gegenüber, an den Kreuzungen kleine Cafés in den Häusern. Mit unserem Gepäck sind wir in der Pariser Hitze zu der gegenüber liegenden U-Bahn Station gegangen. Das nächste Abenteuer war das Metro Ticket zu kaufen. In Paris muss man das Ticket erst einmal durch einen Scanner jagen, bevor man überhaupt ins "U-Bahn-Netz" einchecken kann. Wenn man einmal drin ist, kann man theoretisch so oft fahren wie man möchte (Es gibt aber eine Zeitbeschränkung, glaube ich, von anderthalb Stunden). Tatsächlich hat alles geklappt und gegen 17 Uhr waren wir in unserem Hotel im 19. Arrondissement angekommen (Versucht "Arrondissement" mal zu sagen). Auf der Karte sieht es zwar relativ weit ab vom Schuss aus, aber man konnte alles sehr gut erreichen (Dank ans U-Bahn-Netz). Unser Hotel haben wir auf der Website "Trivago" gefunden und es hieß "Hotel du Quai de Seine". Nichts besonders, aber völlig ausreichend und sehr nettes Personal.

Der Kanal nahe unseres Hotels

Mein Tipp:
Sucht möglichst früh oder wirklich last-minute nach eurem Hotel! Paris ist teuer und manchmal sind die günstigen, aber guten, früh ausgebucht. Und schaut wirklich darauf, in welchem Viertel das Hotel steht. Wir hatten uns ein Hotel angeguckt, dass auf der Karte zwar wirklich gut gelegen aussah und auch schön aussah, aber, wie uns später aufgefallen ist, mitten im Rotlicht-Viertel steht. Also, passt auf! Lest euch Bewertungen im Internet zum Hotel UND zur Lage durch.

Freitag haben wir sonst nicht mehr viel gemacht. Wir sind in die Stadt gefahren und einfach herumgelaufen. Dort haben wir den Park "Esplanade des invalides" gefunden, wo wir eine kurze Pause gemacht haben und die zahlreichen Studenten beobachtet, die ihren Freitagabend nicht wie deutsche Studenten mit Bier, sondern mit Wein und Chamagner im Park verbracht haben.




Samstag war der Tag, an dem wir viel, sehr viel, sehr sehr viel vorhatten. Ich gehe jetzt die einzelnen "Stationen" dieser Tour, die wir übrigens fast ausschließlich zu Fuß gegangen sind, anhand von Bildern und kurzen Beschreibungen durch.


Station 1: "Sacre-Coeur" und Montmartre


Da diese Attraktion von allen am nächsten von unserem Hotel gelegen war, sind wir am Samstagmorgen zunächst dort hin mit der Metro gefahren. Das Stadtteil an sich ist etwas durchwachsen, es gibt sehr viele schöne Ecken, aber auch Stellen, die man eher meiden sollte. Vor allem am Sacre Coeur muss man auf seine Sachen aufpassen und sich nicht anreden lassen. Dort tümmeln sich viele Verkäufer, und ehe man sich versieht, ist man ein Besitzer von verschiedenen Armbändern oder sonstigem. Die Kirche Sacre Coeur ist wunder wunderschön. Da wir wirklich sehr früh da waren, mussten wir nicht zu lange anstehen, um hineinzukommen und es hat sich in jedem Fall gelohnt. Normalerweise bin ich zwar kein großer Fan von Kirchenbesichtigungen, aber durch die Sacre Coeur zu gehen, hatte etwas beruhigendes und hat mich wirklich beeindruckt. Man braucht eine Weile, um einmal durch zu laufen und natürlich haben wir auch eine kleine Kerze angezündet (Die war für 2 Euro die günstigste..."günstig" hmm).

Wir hatten noch nicht gefrühstückt, also haben wir uns auf die Suche nach einem kleinen Café gemacht, in dem wir ein typisches französisches "Petit dejeneur" einnehmen wollten. Das Problem in Paris sind die hohen Preise, weshalb wir eine Weile suchen mussten, bis wir ein schönes Café gefunden hatten. Ich kann das Café nur weiterempfehlen, es ist nahe der Sacre Coeur gelegen, heißt "Comptoir d´Anvers" und steht in der "Rue Gérando". Unser "Petit Dejeuner" mit einem frischen Croissant (übrigens eines der besten, die ich je gegessen habe), Orangensaft (frischgepresst) und einem heißen Getränk war für 7 Euro zwar nicht direkt hinterhergeschmissen, aber vom Geschmack und der Atmosphäre wirklich top :)))


Station 2: "Arc de Triomphe" und "Champ D´Elysee"



Wir haben unseren Weg mit der U-Bahn zum Triumphbogen und zu der weltberühmten Einkaufsstraße "Champ D´Elysee" fortgesetzt. Der Triumphbogen ist viiiiel größer als ich gedacht hatte und ebenfalls sehr beeindruckend. Um dort hin zu gelangen, muss man den unterirdischen Eingang finden, da sich der Bogen, wie vielleicht bekannt, auf einer Straßeninsel befindet. Der Eingang liegt auf der gegenüberliegenden Seite der U-Bahn Station, etwas nervig, da man sich den Weg mit VIELEN Touristen teilen muss. 
Da wir eine Woche vor dem Nationalfeiertag in Paris waren, hingen an der Champ D´Elysee (meine Güte, das ist so schwer zu schreiben...) über all die Nationalflaggen (vielleicht hängen die da immer, das weiß ich nicht genau). Die Straße ist sehr breit und Geschäfte wie "Dior", "Gucci" und und und stehen direkt nebeneinander. Ein Einkaufsbummel ist da für "Normalos" leider nicht drin. Natürlich gibt es auch bezahlbare Läden: H&M zum Beispiel findet man auch dort. Das Auffällige an der Straße ist der Aufwand, den manche Geschäfte betreiben, um besonders edel und gut auszusehen. So hat uns z.b. der Eingang von "Abercrombie&Fitch" mit einem großen Tor und Türsteher und einem Weg mit perfekt geschnittenen Bäumen gelockt und wir sind in ein riesiges Haus mit Goldeinsätzen gegangen, in dem..... einfach nur "Abercrombie&Fitch" war. Der Laden ist dreistöckig, hat goldenen Geländer und ist perfekt klimatisiert. Aus dem Laden hinaus führt dann wieder der Kiesweg und die Bäume auf die laute Straße...Verrückt, die Pariser :)))


Station 3: "Grand Palais" und "Petit Palais"



Natürlich wollten wir uns auch etwas kulturelles ansehen, in der Stadt der Künstler und der Kultur und da die zwei Paläste mehr oder weniger auf unserem Weg lagen, haben wir uns entschieden, dort einen Blick hineinzuwerfen. Beide Schlösser sind riesig, der "Grand" Palais natürlich noch ein wenig größer als der "Petit Palais", aber nichts desto trotz riesig. Der große Palast kostet leider Eintritt und auch, wenn er zwar schön aussieht, war es uns das dann doch nicht wert. In den kleinen Palast kamen wir kostenlos hinein. Nicht nur die Kunstausstellung IM Palast, sondern auch der Garten mit dem kleinen Café sind wunderschön und auf jeden Fall einen Besuch wert. 

Beim Verlassen des Palastes haben wir den Fehler gemacht, die Seine zu überqueren und prompt hatten wir uns verlaufen und waren wieder, ja, in dem Park, in dem wir am vorherigen Tag schon gewesen waren. 
Nachdem wir uns ein wenig auf der anderen Seite der Seine gestärkt hatten, setzen wir unseren Weg fort. 

Kleiner Tipp am Rande:

Wenn man erst mal in den Pariser Straßen ist, scheint ist unmöglich einen Supermarkt zu finden. Wenn man Hunger hat und es heiß ist, ist es jedoch schwer, weiterzulaufen. Nehmt euch genug zu Trinken UND zu Essen mit, ihr werdet es brauchen :))

Station 4: "Musée d´Orsay"


Als wir dort ankamen, wurden wir langsam müde und genervt, weil wir so lange hungrig durch die Gegend geirrt waren. Auf das Museum hatten wir uns sogar gefreut, da es im Internet wirklich schön ausgesehen hatte. Doch als wir vor dem Museum standen, war es zwar beeindruckend wie alles in Paris, jedoch extrem voll, die Leute standen bis auf die Straße hinaus. Mit etwas schwerem Herzen haben wir uns von dem Museum verabschiedet und uns entgegen entschieden, stundenlang darauf zu warten, hineinzukommen. 

Station 5: "Louvre"





Jaja, der Louvre! Neben dem Eiffelturm ist es wohl das Wahrzeichen von Paris und ein absolutes Touristen "To-do". Nach einem langen Tag waren wir endlich hier angekommen. Wir hatten nicht vor, INS Museum zu gehen und so blieb es dabei, einmal um die Glaspyramide herum zu gehen, ein paar Fotos zu schießen und anschließend der knallenden Sonne und der stehenden Luft auszuweichen. 

Station 6: "Tour Eiffel"



Der Eiffelturm war unsere letzte Station an dem Tag. Vom Louvre waren wir bis zum Eiffelturm mit schmerzenden Füßen Metro gefahren. Wir haben uns an einem kleinen Stand zum Abendessen einen Crépe gekauft und sind durch die Sicherheitskontrolle in den "Eingangsbereich" des Eiffelturms gegangen. Aus Geld- und Anstehgründen haben wir uns für das Treppensteigen entschieden und gegen den Aufzug. Definitiv die richtige Entscheidung!!! So kommt man zwar nicht bis ganz nach oben, aber auch, wenn ich keine Höhenangst habe, war es mir schon auf der ersten Plattform etwas mulmig zumute. Außerdem fühlt man sich einfach extrem sportlich, wenn man dann oben angekommen ist :)

Die Aussicht ist es allemal wert. Paris lässt sich nämlich auch von der 2. Plattform schon ziemlich gut überblicken. Wir konnten uns einmal richtig angucken, welche Strecken wir schon hinter zu uns gebracht hatten. Es war ein magischer Moment, als wir oben auf dem Turm standen, unser viel zu teures, geschmolzenes Slush-Ice schlürften und Paris betrachteten.



Auch, wenn unsere Tour hier eigentlich beendet war, beschlossen wir, nicht direkt nach Hause zu fahren und setzten uns vor das "Musée de Arts Moderne". Hier folgte der magischste und schönste Moment der gesamten Reise. Wir sahen der untergehenden Sonne zu, wie sie den Eiffelturm in ein rötliches Licht tauchte, den Menschen, die sich, wie wir, auf die Treppenstufen setzten und der Atmosphäre lauschten. Obwohl alles noch in Bewegung war, schien es ruhiger und entspannter als den gesamten Tag zu sein. Wir waren wohl nicht die einzigen, die einen langen Tag hinter sich hatten:)
Der Eiffelturm von den Treppenstufen am Museum


Den Sonntag haben wir sehr entspannt verbracht. Ich möchte nicht unseren ganzen Weg nacherzählen, sondern jetzt einfach noch ein paar Tipps geben, die ich aus Paris mitgenommen habe :)


Tipp 1: Besucht das Stadtteil "Marais". Es ist das ehemalige jüdische Viertel und hat wirklich tolle Ecken. Vor allem seine Märkte und Parks sind wunderschön und tragen einen besonderes Flair, da sich hier eher echt Pariser als Touristen aufhalten. Dort gibt es auch das "Forum de Halles", worum man viele Geschäfte findet.

Tipp 2: Wenn ihr müde seid, und nicht einfach ins Hotel zurück fahren könnt, setzt euch bei der "Pont Neuf" auf die Treppenstufen und betrachtet die Seine und die "Pont Neuf". Dort gibt es riesige Treppenstufen, an denen man sich sogar anlehnen kann. Der perfekte Ort, sich mit einem Stück Baguette auszuruhen.

Tipp 3: Es sei denn, ihr seid Bootsfans, würde ich von einer Bootsfahrt eher abraten. Die Touren sind nicht ganz preisgünstig, oftmals mit SEHR VIELEN anderen Touristen. Außerdem lernt man zu Fuß so viel mehr über die Stadt! 

Tipp 4: Passt auf, von wem ihr euch in Gespräche verwickeln lasst. Es laufen viele, sehr offenen Personen rum, die nicht davor, einen anzusprechen und schnell in höchst seltsame Gespräche verwickeln. Ignoriert oder wimmelt die Straßenverkäufer ebenfalls ab. Sie werden schnell aufdringlich und wenn ihr nicht gerade etwas von ihnen kaufen wollt, ist es meistens schlauer, keinen Blickkontakt aufzubauen. 

Tipp 5: Checkt vorher den Wetterbericht. Wenn es sehr warm wird, cremt euch ein. Meine Freundin, die eigentlich gar kein heller Typ ist, hatte einen riesigen Sonnenbrand am Ende des Tages und ich sowieso.:))

Tipp 6: Ja, es ist Old-school, aber besorgt euch einen Stadtführer. Als meine Mutter mir einen zum Geburtstag geschenkt hat, fand ich es extrem unnötig, aber er hat uns in Paris unser Leben geredet (nicht wortwörtlich natürlich :)) Und vor allem, wenn man kein Internet in der Stadt hat, verläuft man sich ohne Stadtplan tragisch. Außerdem kennt der Stadtführer alle Geheimtipps, weiß zu jeder Attraktion die richtige Geschichte und ist daher ebenfalls einen Touristen Must-have. 😏.






Paris ist eine wunderschöne Stadt. Ich habe mich schon nach dem ersten Blick in sie verliebt und werde bestimmt irgendwann wieder kommen. Wir hatten an unserem Wochenende sehr großes Glück mit dem Wetter, was man leider nicht immer erwarten kann. Es war ein mehr oder weniger perfektes Wochenende in der Stadt der Liebe und jeder Cent, den ich ausgegeben habe, hat sich allemal gelohnt. 



Also:  À bientôt Paris

💗💗💗


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